„Dropsaromen“ im Wein?

„Dropsaromen“ im Wein?

Ein bekannter Winzer aus dem Kaiserstuhl hat mich mit dem Begriff „Tutti-Frutti- oder „Drops-Weine“ in seiner Zeitungskolumne überrascht. Man meint damit die übertriebene Fruchtigkeit, die man heute bei so vielen Weinen findet. Dies wird durch Gärung bei sehr tiefen Temperaturen und speziellen Hefestämmen erzielt. Diese Weine sind für den schnellen Konsum gemacht, da die fruchtigen Primäraromen nicht sehr langlebig sind.

Der besagte Winzer findet diese übertriebene Fruchtigkeit aufgesetzt und fragt in seiner Zeitungskolumne, ob er mit seinem Urteil über diese Weine zu streng ist? Wir sehen es ähnlich. Jedoch sind Geschmäcker unterschiedlich und jeder wird selbst entscheiden, was ihm schmeckt.

Aber es lässt sich herrlich drüber schreiben und diskutieren. Uns sind Weine lieber, die etwas samtiger, „weiniger“ und mit eleganter dezenter Frucht daherkommen. Wir nennen dies, ohne streng sein zu wollen, „Weine ohne Schönheitsoperation“!

Weine mit Charakter: Wir wollen uns treu bleiben und den Weinen, insbesondere den Burgundern ihre Zeit zum Entwickeln geben. Dabei setzen wir auf trockene Weine mit nicht zu hohen Säurewerten und der damit verbundenen Bekömmlichkeit. Die Weine sind unaufdringlich, ungeschminkt und sollen „ihren Charakter“ zeigen dürfen.

Eribert Benz

(Januar 2010)